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Behi-Neckar-Alb

Freiwilligendienstleistende in Grafeneck

Vom Leiter der Gedenkstätte Grafeneck wird unsere Gruppe Freiwilligendienstleistenden der Behindertenhilfe Neckar-Alb am Schlosseingang empfangen. Nach einem kurzen Blick auf das barocke Schloss und dessen Anlagen, das auf einem Gemälde im Eingangsbereiches des Schlosses zu sehen ist, reist die Gruppe gedanklich zurück ins Jahr 1940.

Anhand von Bildern und Texten erwacht dieses Jahr neu, in dem über 10.000 Menschen mit Einschränkungen verschiedener Art in Grafeneck umgebracht wurden, weil sie unter die Rubrik „lebensunwertes Leben“ nach Aktenlage eingeordnet wurden. Dieser Auftrag des Staates begann in Grafeneck und wurde an verschiedenen Stellen Deutschlands weitergeführt.

Wir sprechen über die damals herrschende wissenschaftliche Meinung, dass jegliche Abweichung von der Norm genetisch veranlagt ist, außer geistige Behinderung und psychische Erkrankungen. Wir sprechen über die Haltung der großen kirchlichen Organisationen damals und die Haltung der Einrichtungen, die auf Anfrage der Behörden Informationen lieferten, die zum Tod vieler Menschen geführt haben. Und wir hören davon, wie in manchen Einrichtungen versucht wurde Menschen zu schützen.

Der Leiter betont, dass es heute nicht mehr so sehr um die Schuldfrage geht. Die Schuldigen von damals wurden, bis auf eine Person, frei gesprochen.

Vielmehr geht es heute darum, dass über viele Jahre die Ermordung dieser Menschen und die Täterschaft verschwiegen wurde.

Die Gedenkstätte und das Dokumentationszentrum sollen die Erinnerung wach halten.

Im Anschluss an den berührenden und interessanten Besuch auf Grafeneck endet unsere Exkursion mit gemeinsamen Grillen im Lautertal.

Die meisten verabschieden sich dann als Freiwilligee und Freiwilliger, manche haben verlängert und bleiben noch eine Weile in der Behindertenhilfe Neckar-Alb.

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Ich mag Menschen wie sie sind.

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